Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

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schichti
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Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#1 Beitrag von schichti » 8. Oktober 2017, 21:45

Hallo,

im "Alter" merke ich irgendwie immer mehr, wie sich meine Fahrgewohnheiten ändern. Nicht nur der Fahrstil selber, auch die Vorraussetzungen um überhaupt loszufahren. Während ich früher (Moppedlappen seit 1996, 10Jahre nach dem 3er) schon deutlich optimistischer Unterwegs war, bin ich heute deutlich mehr am Nachdenken. Okay, dass ist beim Autofahren ja auch so, aber mein früheres Ich würde den heutigen Fahrstil wahrscheinlich schon öfter (so war früher der Umgansgton in den einschlägigen Newsgroups) als "weniger sportlich" bewerten. Okay, dass ist wohl so und bedeutet im Umkehrschluss auch nicht, dass es gelegentlich auch mal etwas flotter zur Sache geht.

Meine erste CB Sevenfifty bin ich bei jedem Wetter zur Arbeit gefahren, solange bis wegen Frost gestreut wurde, da hab ich sie dann stehen lassen. Auch 140km nach Frankfurt in strömendem Regen zu einem Lehrgang war kein Problem, so begeistert war ich. Einer der damaligen Motorrad-Freunde (mit Ducati 750er) war Dr.Physik an der Uni Mainz und erklärte uns nachvollziehbar den Kammschen Kreis und die Haftungsreibwerte bei Nässe. Das hat schon was gebracht. Heute fahr ich bei Regen schon garnicht erst los und wenn ich Unterwegs in Regen gerate, bin ich heftigst am Rumeiern.

Wetter ist überhaupt so ein Hindernis. Bei drohendem Regen plane ich eh keine Ausfahrt oder sage auch alles ab. Temperatur sollte zumindest zweistellig sein, aber auch wieder nicht über 25 Grad. Ohne Leder fahr ich nicht und mit Leder wirds mir schnell zu warm. Zur Arbeit fahr ich wegen des Aufwands mit dem Klamottenwechsel nicht, außerdem ist da auch noch der Firmenwagen. Motorrad ist für mich ein reines Freizeitobjekt und steht auch schon mal Wochen, auch im Sommer. Die Arbeitszeiten lassen auch oft keinen Platz mehr.

Und (vielleicht auch wegen den og.Gründen) seit einiger Zeit fahr ich generell lieber allein. Ich hab deswegen schon den Newsletter des hiesigen Biker Union Stammtischs abbestellt und finde uch immer eine Ausrede, wenn mein kleiner Schwager fragt, ob wir zusammen eine Runde fahren wollen. Ich empfinde es nicht (mehr) als Bereicherung, mit anderen in der Gruppe zu fahren, mag mich nicht ständig auf Vorder- und Hintermann konzentrieren, Pausen nicht machen zu können, wenn ich das gerne möchte, usw. Alleine ist zwar auch auf Dauer keine tolle Sache, aber ich mags im Moment lieber. Ausnahme ist mit meiner Frau zusammen, dass mag ich auch nicht immer, aber sehr oft sehr gerne.

Bin ich bekloppt, verbohrt oder gehts Euch auch so?
Manchmal denk ich halt so drüber nach, wie sich das geändert hat.
Beste Grüße, Thorsten

BMW K1200R Sport - Yamaha XJR1300 - Honda CB SevenFifty - Suzuki RF900
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BeeMWe
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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#2 Beitrag von BeeMWe » 9. Oktober 2017, 05:22

Hallo Thorsten,
das sind eindeutige Anzeichen von „Alterserscheinungen“, die kommen bei jedem anders. Ich fahre Moped seit 1967 und Motorrad seit 1969 ununterbrochen bis zum heutigen Tag. Also rund 50 Jahre am Stück, ohne - soweit ich mich zurück erinnere - größere Pausen. Auch Quad fahren steht oft auf dem Programm und vor 40 Jahren auch mal eine kurze Zeit „Ausflug und Engagement ins Grasbahnrennen.
Auch die durchschnittliche jährliche km Fahrleistung schwankte stark durch diverse Erlebnisse und anderer Details. Habe auch vor zwei Jahren mit 64 Jahren den Fuhrpark noch einmal um eine R1200 RT LC ergänzt, da ich 4 – 5-mal im Jahr an diversen Treffen teilnehme. Regen stört mich im Grunde nicht besonders, ist nun mal so – kann ich ja auch auf einer geplanten Tour, wie letztens 11 Tage durch die Normandie, nicht ausschließen. 1 Monat vorher erst eine Kurz-Tour im östlichen Frankreich unterwegs gewesen.
Bei kurzen Regenschauern mag ich nicht mal die Regensachen anlegen, weil nach dem Regenguss es ja auch schnell wieder abtrocknet. Ich fahre auch mit mittlerweile 66 Lebensjahren immer noch zu diversen Events und Treffen und bin recht zügig und bin relativ flott unterwegs. Natürlich fahre ich auch gerne viel alleine durch die Gegend da ich hier in der Mitte Deutschlands lebe und die Rhön, Thüringer Wald usw. alles um mich herum zur Verfügung habe.
Selbst in diesem Alter schaffe ich noch beinahe jedes Jahr die angepeilte 7 – 10 Tsd. Km Jahresleistung – und das seit beinahe 50 Biker Jahren. Wie lange es noch geht weiß nur einer, er hat es mir auch gesundheitlich noch nicht signalisiert, der Fahrspaß ist immer noch ungebrochen. Einen Unfall habe ich noch immer nicht erlebt, man hat mich aber in all den Jahren zweimal umgefahren – zum, Glück nicht sehr schlimm, so dass ich immer wieder aufgestiegen bin.
:wink:
es grüßt

Gerald bzw. SieGer

kommt aber von Siebert, Gerald, weil mich Mama und Papa damals eben genau so nannten.

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Mangfalltaler
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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#3 Beitrag von Mangfalltaler » 9. Oktober 2017, 08:58

schichti hat geschrieben:
8. Oktober 2017, 21:45
Bin ich bekloppt, verbohrt oder gehts Euch auch so?
Hallo Thorsten,

Deine Erfahrungen und Beschreibungen hätten von mir sein können, ich kann das absolut nachvollziehen und sehe mich in den beschriebenen Verhaltensweisen sehr oft wieder. Ich finde das völlig normal, wir werden alle älter und ändern (zum Glück) auch unsere Sicht auf die Dinge dieser Welt. Ich denke auch dass die Kompromissbereitschaft im Alter etwas sinkt, was für viele hier dargestellten Phänomene verantwortlich sein wird.

Viele Grüße,
Ralf

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Werner
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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#4 Beitrag von Werner » 9. Oktober 2017, 10:09

https://www.cheesebuerger.de/images/smi ... s/a015.gif hmmmmm ..... bin ich bekloppt weil ich mit meiner Sozia bei strömendem Regen aus der Tiefgarage 400Km in Urlaub gefahren bin?
Wenn ich lußt zum Fahren habe und es könnte sein das ein Regen kommt nehm ich die Gummiklamotten mit. Ansonsten gibts nur Leder https://www.cheesebuerger.de/images/smi ... h/a020.gif
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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#5 Beitrag von manfred180161 » 9. Oktober 2017, 11:09

Bekloppt schon, aber im Positiven.
Ich bin auch einer von denen 🤣

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Gruß
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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#6 Beitrag von Peter (MZ) » 9. Oktober 2017, 13:09

Kann ich nachvollziehen. Geht mir auch so. Die zunehmende Verkehrsdichte nervt und hält mich mittlerweile von Ausfahrten ab. Und alleine fahr´ich nicht mehr.
Und der Gedanke "Warum jetzt an einem schönen sonnigen Tag durch die Gegend kurven? Lieber auf´s Rad, mit´m Hund in die Weinberge oder mit´m Riesling in den Garten!" setzt sich immer mehr durch. Nachdem mir dann neulich an einem Tag ´ne Harley und ein cool grüßender Supersport-Irrer auf meiner Kurvenseite entgegenkamen, dachte ich nur "Ok, ... warum ...?"
Viele Grüße!

Peter

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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#7 Beitrag von Chucky1978 » 9. Oktober 2017, 14:05

schichti hat geschrieben:
8. Oktober 2017, 21:45
Bin ich bekloppt, verbohrt oder gehts Euch auch so?
Manchmal denk ich halt so drüber nach, wie sich das geändert hat.
Ist "normal" aber bei jedem anders.

2013 hab ich noch im Winter auf dem Boden gehockt und die Kiste zerlegt. Heute zwinge ich mich sogar schon im Sommer in die Garage trotz Hebebühne nur weil es regnet.
2014 ist mir der Regen in die ****** gelaufen und es hat mir nichts ausgemacht um nicht zu sagen sogar Spass solange ich noch was gesehen habe. Heute scheint es mir auch nichts auszumachen, aber in Wirklichkeit schwenke ich einfach die weiße Fahne innerlich nach dem Motto da musst du jetzt halt durch.
2015 bin ich noch sehr gerne mit Leuten zusammen gefahren. Heute ist mein Leben extrem Politisch geworden, und ich vermeide gemeinsames Zusammensein seitdem ich reguläres Konservatives Denken nicht mehr von Nationalismus unterscheiden kann. Hat aber auch damit zu tun, das ich extrem unkonstant zu fahren scheine. Für alte bin ich zu schnell, und für Junge zu langsam. Ich will einfach nur noch meine Ruhe beim fahren.
Ich denke ganz zu Anfang ist auch das "neue" anlass dazu, das man Sachen macht, die man mit "kühlem" Kopf nicht machen würde. Hab gerade ein neues Spielzeug, und da muss einfach jeden Tag 2 mal getankt werden. Nach einem Jahr dann, sind die Strecken die man dann so an einem Nachmittag erreichen kann "langweilig" geworden.
Daher kommt es oft vor, das wenn ich zu meiner Frau sage, das ich nur eine runde um den Block fahre hier in der Eifel, ich dann 80% Autobahn fahre, um 20% Landstrasse in Calais zu erwische, oder sogar in Würselen plötzlich rauskomme, wobei ich nur um die Ecke zu einem Kumpel in Bitburg fahren wollte
Zuletzt geändert von Frank@S am 10. Oktober 2017, 09:42, insgesamt 1-mal geändert.
Grund: fullquote gekürzt
Ein goldener Sattel macht einen Esel noch nicht zum Pferd

Gruß Ingo

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schichti
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Re: Fahrgewohnheiten ändern sich...oder nicht?

#8 Beitrag von schichti » 10. Oktober 2017, 21:52

Vielen Dank für Eure Rückmeldungen. Sehr Interessant, wie die persönlichen Ansichten stark voneinander abweichen, aber doch wieder Schnittmengen zu finden sind. Bei mir spielt vielleicht noch eine Pause von 2001 bis 2010 mit, in der ich kein Motorrad hatte. 2010 hab ichs dann nicht mehr ausgehalten und mir zum Wiedereinstieg erneut eine CB SevenFifty geholt. Seitdem aber gibt es halt nicht mehr die große Motivation, bei jeder Gelegenheit fahren zu müssen. Oft freu ich mich auch den ganzen Tag (bei schönem Wetter) im Büro drauf, nach Feierabend eine Runde zu fahren, komme heim und hab dann doch keine Lust (kenn ich schon, war ich schon, muss ich jetzt nicht haben). Naja, ich schiebs einfach mal auf Alter. Jetzt sind ja eh nur noch zwei Wochen, bis ich sie (kaum angeschafft) in den Winterschlaf schicken muss. Dann steigt die Vorfreude auf den März umso mehr. Und ein oder zwei Ausfahrten, mt der frisch vom Sattler geplsterten und bezogenen Sitzbank, kann ich mit meiner Frau vielleicht noch genießen ;)
Beste Grüße, Thorsten

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