Ich habe mein Winterprojekt gekauft mit der Diagnose: Zylinderkopf undicht.
Heute zerlegt und als ich die Zylinderkopfmutter lösen wollte, merkte ich dass ein Stehbolzen locker war, d.H. die Mutter war dadurch gar nicht angezogen. Genau aus diesem Bereich wo die Mutter hätte den Druck aufgebaut, trat das Öl aus. Zudem war die Mutter nicht wie die Restlichen, sondern eine mit Flansch. Jetzt ist die Frage wie man genau den Stehbolzen fachgerecht anzieht. In der offiziellen Anleitung ist keine Rede davon und KI erzählte von der gängigen Praxis mit Loctite 2701 und 17Nm. Ist dem so? Oder wie kann ich den Bolzen fachgerecht anziehen?
Festziehen kann man einen Stehbolzen indem man oben zwei Mutter aufdreht und diese gegeneinander zu kontern (gegeeinander festzieht). Dann kann man an der obereren Mutter den Stehbolzen festziehen. Es gibt aber auch Stehbolzen eindreher.
Mit freundlichen Gruss
Wolfgang
Rechtschreibfehler sind dem Umstand geschuldet das meine Tastatur nicht weis was ich schreiben wollte.
Diese Mutter war nicht einfach zu lösen, ich hab den Bolzen (was ja locker war) rausgeschraubt und die Gegenseite mit Kontermutter festgemacht. Danach konnte ich die lösen. Dei hatte Zangenabdrücke und das Loch ist oval, keine Ahnung was da jemand gefummelt hat.
Eingedreht habe ich die jetzt. Wenn ich den Bolzen bis zum "Anschlag" wo mit der Hand nicht mehr reindrehen kann, ausmesse, sitzt der 2mm tiefer als die 2 Bolzen (links und unter rechts). Ich habe den Zylinderkopf anprobiert und da ist genug Länge noch für die ZK Mutter.
Die Frage ist nun, wie stark muss ich reindrehen? Reicht das so mit der Hand oder fester anziehen?
Die Mutter ist natürlich vermurkst = neu. Wichtig ist zu klären, warum?
Beim Anzugsmoment würde ich mich nach dem Drehmoment für den Zylinderkopf richten und dann eben 2 - 3 Nm mehr und einkleben. Das Gewinde im Block würde ich mir aber vorher anschauen und alle Gewinde nachschneiden. Setzt voraus, dass du den Zylinder ziehst und nachher wieder über den Kolben bringst. Wenn unten zwischen Block und Zylinder O-Ringe sind, musst du dies eh machen. Mindestents der eine O-Ring hat einen Schuß.
wolfgang hat geschrieben: 28. Oktober 2026, 11:33
Die Mutter ist natürlich vermurkst = neu. Wichtig ist zu klären, warum?
Beim Anzugsmoment würde ich mich nach dem Drehmoment für den Zylinderkopf richten und dann eben 2 - 3 Nm mehr und einkleben. Das Gewinde im Block würde ich mir aber vorher anschauen und alle Gewinde nachschneiden. Setzt voraus, dass du den Zylinder ziehst und nachher wieder über den Kolben bringst. Wenn unten zwischen Block und Zylinder O-Ringe sind, musst du dies eh machen. Mindestents der eine O-Ring hat einen Schuß.
Die Gewinde scheint okay zu sein, so wie ich da begutachten konnte und konnte auch gut angezogen werden. Allerdings noch nicht mit der Kraft..
Was meinst du damit -> Wenn unten zwischen Block und Zylinder O-Ringe sind, musst du dies eh machen. Mindestents der eine O-Ring hat einen Schuß."
Ich gehe mal davon aus, dass du das Rep.-Handbuch für die 11er hast. Dort werden zwar ziemlich genaue Verschleißmaße genannt, aber leider kaum Anzugsdrehmomente aus dem Motorbereich.
Die Stehbolzen sind ja M10x260,5 dafür gibt es eigentlich nur die allgemeine Angabe für M10 Schrauben mit 40 bzw. 45 Nm. Bei 6,50€ für einen neuen Bozen, würde ich mir sowieso überlegen, ob ich diese(n) nicht tausche und dabei gleich mal beim den Werkstattleiter frage.
Es gibt tatsächlich noch günstige Schrauben bei´BMW und dann auch noch in solchen Dimensionen
K12RS von 01/00-02/13 über 130TKM, 06/12 bis 06/15 F800ST, jetzt wieder RS aber mit einem R davor: -> R12RS (LC) K54 BJ 06/2015
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DirtySanchez hat geschrieben: 28. Oktober 2026, 14:10
Loctite 2701 kann nur bis ca. 150°C. Reicht das?
So wie ich verstanden habe, wird davon abgeraten in diversen Foren aber ich habe jetzt keine explizite Info für R11xx er oder ähnlichem Gefunden.
Aktuell gehe ich davon aus, dass keine Loctite zu verwenden ist.
Joerg58FB hat geschrieben: 28. Oktober 2026, 13:58
Ich gehe mal davon aus, dass du das Rep.-Handbuch für die 11er hast.
....
Es gibt tatsächlich noch günstige Schrauben bei´BMW und dann auch noch in solchen Dimensionen
Ja, wenn ich ein Fahrzeug kaufe, das ist das erste was ich tue
Aber ja, 6,49 € (leebman) ist echt nicht viel für diese Dimension.
Aber zu deiner Aussage von oben. Hast du irgendein Verschleiss oder Defekt erkannt (O-Ringe)?
Also, was ich recherchieren konnte diverse Foren oder z.B. Auto Foren: Man sollte es nicht mit viel Kraft reinziehen, sondern nur Handwarm bis leicht festziehen.
Die Spannung dann erfolgt durch das korrekt anziehen von Muttern bzw. Nachziehen. Dadurch wird die Spannung erzeugt.
Das erscheint mir Plausibel. Die Gewinde scheint in Takt zu sein. Ich vermute jemand hatte keine Mutter und die Unterlegscheibe und hat so eine Mutter reingemurkst und durch Pressen es festgemacht. Aber es fehlte eben die nötige Spannung, dadurch ist der Bolzen dann locker geworden und zwar in dem Block da die Mutter festgepresst war.
Dafür, dass ich den Bolzen nicht mit viel Kraft reinziehen, spricht auch, dass wenn ich es mit dem Werkzeug reindrehe, versinkt der Bolzen 3-4 mm tiefer als der gleichebene Bolze (oben und unter rechts).
Daher ich drehe es mit der Hand und dann 1 Umdrehung mit dem Werkzeug und das wird meine Ausgangslage sein.
hier aus dem mini forum
Bitte nicht mit 80nm die Bolzen in den Block kloppen! Handwarm bis leicht festziehen. Das Gewinde der Bolzen sollte jedoch ganz im Block sein. Entscheidend ist erst später das Anziehen auf Drehmoment der Muttern.
Exakt. Beim Einschrauben in den Block würde man ja auch mit dem Drehmoment auch keine Spannung im Bolzen erzeugen, sondern nur mit dem Gewindeende am Bolzen gegen den Gewindeanfang im Block arbeiten. Macht ja kein Sinn, da ein größeres Drehmoment aufzubauen.
wolfgang hat geschrieben: 28. Oktober 2026, 17:21
1 Umdrehung nach handfest ist sehr viel. Bis ca. M8 mache ich handfest und dann mit dem Schlüssel 1/4 Umdrehung.
Also in meiner Reparaturanleitung von BMW stehen für die 1100er diese Werte für den Zylindereinbau:
Zylinder einbauen
• Auf saubere und fettfreie Zylinderfußdichtfläche
(Pfeil) 3-Bond 1209 auftragen.
• Zylinderlauffläche einölen.
• Mit Kolbenringspannband, BMW Nr. 11 2 900/
11 2 905, Kolbenringe zusammenhalten.
• Zylinder einbauen und gleichzeitig Steuerkette,
Spann- und Führungsschiene durch Steuerkettenschacht führen.
• Zylinder festschrauben.
• Lagerschraube Kettenführungsschiene (1) mit
neuer Dichtung einschrauben.
• Kettenritzel einlegen.
Anziehdrehmoment/Anzugsreihenfolge:
1. M 8 Schraube .......................................... 20 Nm
2. M 6 Schraube ............................................ 9 Nm
3. Lagerschraube für Kettenführungsschiene... 18 Nm
Eben war alledings von M10 die Rede. Sind das die Stehbolzen?
Dazu findet man was in der Reparaturanleitung von Delius Klasing, siehe Bilder:
herrlado hat geschrieben: 28. Oktober 2026, 12:05
Die Gewinde scheint okay zu sein, so wie ich da begutachten konnte und konnte auch gut angezogen werden. Allerdings noch nicht mit der Kraft..
LG
Ist der Zylinder gezogen, oder wie hast du das Gewinde begutachtet?
Pepo2 hat geschrieben: 1. November 2026, 21:16
Ist der Zylinder gezogen, oder wie hast du das Gewinde begutachtet?
Erst mal nur visuell und dass da keine Späne drin waren. Auch mit der Hand fühlen, wie der Bolzen sich dreht, etc (nur so, Erfahrungswerte alles natürlich).
Jetzt ist Handwarm + etwas noch gedreht angezogen.
Bin aktuell nicht daheim und musste alles liegen lassen. Nächster Versuch wird sein mit der alten Dichtung erst mal den Kopf mal anziehen...
Der Stehbolzen ist der Grafik Motorgehäuse benannt #4
Sie gehören technisch zum Motorgehäuse, auf das dann die Zylinder und Zylinderköpfe gesteckt werden und halt dort erst verschraubt werden.
Was die Drehmomente angeht nur das, was hier schon im Thread steht: M10 = 40Nm
.
Motorgehäuse
Motorgehäuse R259RS.jpg (39.36 KiB) 82 mal betrachtet
Stehbolzen
Stehbolzen #4.jpg (10.63 KiB) 82 mal betrachtet
K12RS von 01/00-02/13 über 130TKM, 06/12 bis 06/15 F800ST, jetzt wieder RS aber mit einem R davor: -> R12RS (LC) K54 BJ 06/2015
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wolfgang hat geschrieben: 28. Oktober 2026, 11:33
Das Gewinde im Block würde ich mir aber vorher anschauen und alle Gewinde nachschneiden.
Achtung !!
Das Gewinde im Kurbelgehäuse ist ein Festsitzgewinde ! Falls es schon einmal mit normalem Gewindeschneider „nachbearbeitet“ sollte der Stehbolzen mit Loctite eingeklebt werden (max. Temp. 120 grad, viel mehr hält auch die Pulverbeschichtungdes Gehäuses nicht aus) , sonst besteht die Gefahr, dass sich der Stehbolzen bei einer Demontage wieder löst.
Joerg58FB hat geschrieben: 5. November 2026, 15:18
Der Stehbolzen ist der Grafik Motorgehäuse benannt #4
Sie gehören technisch zum Motorgehäuse, auf das dann die Zylinder und Zylinderköpfe gesteckt werden und halt dort erst verschraubt werden.
Was die Drehmomente angeht nur das, was hier schon im Thread steht: M10 = 40Nm
.
Motorgehäuse R259RS.jpg
Stehbolzen #4.jpg
Für den Stehbolzen steht in der Anweisung, die ich oben angehängt habe 1. Stufe 20 Nm, 2. Stufe 90°, 3. Stufe 90°. Und Anziehen natürlich immer schön über Kreuz. Der Anzug mit Winkel hat den Vorteil, das die Reibung im Getriebe keinen Einfluss hat.